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TABLEAUX MORTS!
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Selbst international hat die leise Musik niemanden zu bieten, mit dem es Patrick Zimmer alias Finn. nicht aufnehmen könnte. Nach zwei Alben bei einer Winzfirma wechselt er nun zum größeren Label und fährt ein bombastisches Konzeptalbum auf. Wie beim klassischen Drama teilt er es in fünf Akte; da darf er natürlich keine Synthiestreicher verwenden. Und so hat Finn. die Maschinen verbannt und Pauken, Kontrabass, Geigen und Posaunen herbeigeschafft. Nach einem Atemzug als Prolog folgen sensibel arrangierte Miniaturen, die sich manchmal in sphärischer Weite verlieren, um plötzlich überraschende Haken zu schlagen. Finn. kämpft mit seinen Helden um die Liebe und gegen das Schicksal, singt seine melancholiegetränkten Melodien teils mit Kopfstimme. Plötzlich stehen inmitten all dieser Fragilität Hymnen wie “Julius Caesar” und “In the Wake of …”, die alles wegzublasen vermögen. Am Ende warten aber doch – wie beim klassischen Drama – Tod und Tragödie, und beim wunderschönen Epilog “For Mona” fließen Tränen. (cs)
from: Kulturnews., September 2008
Anmutig und erhaben, voller Zauber und Magie und irdischer Intimität. Nach dem ersten Hördurchgang der neuen Finn. muss man sich erst mal kurz sammeln. Finn.s drittes Album ist so sehr Finn. wie nie zuvor. Ein Konzeptalbum, aufgeteilt in fünf Akte: Das klingt zunächst nach aufs Feuilleton abzielender Kopfmusik, nach einem kalten Konstrukt. Aber weit gefehlt! Denn bei aller intellektuellen Rahmung zielt “The Best Low-Priced Heartbreakers You Can Own” eben doch: mitten ins Herz. In der Wirkung mehr Drama als Konzept, führt uns Finn. in fünf Akten von der Betäubung über den Tumult und die Meuterei nach kurzer Windstille und Regen zum Olymp. Aufgenommen wurde das Album in einem historischen Kirchenkellergewölbe aus dem 14. Jahrhundert unter den Straßen von St. Pauli. Dort, wo fünf Meter unter der Erde viele Jahre die Pestkranken gehaust haben. Und dort, wo es noch heute stetig von der Decke tropft. In dieser Atmosphäre ist ein Werk frei von elektronischen Elementen entstanden. Stattdessen werden wir orchestral überwältigt: mit Pauken, Tusch, Kontrabass, Geigen und Posaunen. Patrick Zimmer alias Finn. erzeugt so eine Atmosphäre, die sonst – wenn überhaupt – nur Sigur Rós zu erzeugen vermögen und bleibt dabei trotzdem der schüchterne und introvertierte Finn. “A Love That Keeps Me Smiling”, wie es im letzen Akt nach dem Tod seines Helden so schön heißt.
from: Intro September 2008

De:Bug-Charts, September 2007
Ah, Finn! Sowieso einer der Größten da draußen und wenn er jetzt auch noch gegen Audrey Hepburn antritt mit seiner Version von “Moon River”, muss man ihn einfach noch tiefer in sein Herz schließen. Unfassbar wundervolle Version. Immer und immer wieder muss man das hören. Auf der B-Seite dann seine Version von “Tiny Dancer” von Elton John. Man möge mir nicht übelnehmen, dass ich das Original nicht kenne, noch Zeit darauf verschwenden werde, es zu suchen. Finns Version reicht mir da völlig. Da wird einem wieder mal bewusst, dass den Musikern damals einfach die guten Produzenten fehlten. Perfekte 7”. Schon jetzt kaufen und dann zu Weihnachten verschenken.
5/5 points
from: DE:BUG
September 2007
Finn alias Patrick Zimmer schreibt Indiepopsongs so groß wie leuchtend gelbe Monde. Die turtelnde Space Shuttles wie Motten umflirren und in traurigen Momenten ein knalliges Rot-Orange auflegen. Das rührt nicht nur emotional unterforderte Mittvierziger, die einsam bei Kamillentee auf der grauen Chaiselounge im Wohnzimmer sitzen, sondern auch die Hamburger Elektrobastler von Me Suceeds, die das Finnsche Tränenmeer auf diesem tollen Remix mit allerlei Geklacker und tiefem Blubbern unterlegten. Gänsehautgarantie!