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Review: DIE ZEIT - "the ayes will have it"! · 18/08/2005

(...)Unter dem Pseudonym finn. lässt er auf seinem zweiten Album ganz altmodisch die Geigen schwelgen, aber auch hochmodern die Elektronik knuspern, er komponiert Rhythmen, die wirken, als müssten sie sich kurz vorm Erfrieren durch die Eiswüste schleppen, und hüllt die dazugehörigen Harmonien in erhabenes Moll. Kurz gesagt: Ein Mann nimmt sich ernst. Seine Traurigkeit. Den Nabel seines Bauches, der Englisch spricht und Hilferufe aussendet: “Do you just release my tristesse?”(...)

(...)Patrick Zimmer alias finn. macht, radikaler als alle anderen, da weiter, wo Cat Stevens einst sein Werk verichtete, bevor er zum Islam konvertierte: Er lebt das Weiche und Nachgiebige aus, setzt verdrängte und vergessene Gefühle frei, er träufelt Balsam auf geschundene Seelen und lässt die Welt generös in sein Innerstes blicken(...)

(...)Wer ganz genau hinhört, der kann sogar ein Gefühl nirwanischer Auflösung heimsuchen, er schaut in das rauschende Nichts-ganz so, als würde ein Eskimo zu lange in die endlose weiße Weite starren.(...)

from: DIE ZEIT, August 18th, 2005