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Review: Intro - "The best low-priced Heartbreakers you can own." · 01/09/2008

Anmutig und erhaben, voller Zauber und Magie und irdischer Intimität. Nach dem ersten Hördurchgang der neuen Finn. muss man sich erst mal kurz sammeln. Finn.s drittes Album ist so sehr Finn. wie nie zuvor. Ein Konzeptalbum, aufgeteilt in fünf Akte: Das klingt zunächst nach aufs Feuilleton abzielender Kopfmusik, nach einem kalten Konstrukt. Aber weit gefehlt! Denn bei aller intellektuellen Rahmung zielt “The Best Low-Priced Heartbreakers You Can Own” eben doch: mitten ins Herz. In der Wirkung mehr Drama als Konzept, führt uns Finn. in fünf Akten von der Betäubung über den Tumult und die Meuterei nach kurzer Windstille und Regen zum Olymp. Aufgenommen wurde das Album in einem historischen Kirchenkellergewölbe aus dem 14. Jahrhundert unter den Straßen von St. Pauli. Dort, wo fünf Meter unter der Erde viele Jahre die Pestkranken gehaust haben. Und dort, wo es noch heute stetig von der Decke tropft. In dieser Atmosphäre ist ein Werk frei von elektronischen Elementen entstanden. Stattdessen werden wir orchestral überwältigt: mit Pauken, Tusch, Kontrabass, Geigen und Posaunen. Patrick Zimmer alias Finn. erzeugt so eine Atmosphäre, die sonst – wenn überhaupt – nur Sigur Rós zu erzeugen vermögen und bleibt dabei trotzdem der schüchterne und introvertierte Finn. “A Love That Keeps Me Smiling”, wie es im letzen Akt nach dem Tod seines Helden so schön heißt.

from: Intro September 2008